Was haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der einmonatigen Nazi-Lehrerausbildung erlebt?

Was haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der einmonatigen Nazi-Lehrerausbildung erlebt?


We are searching data for your request:

Forums and discussions:
Manuals and reference books:
Data from registers:
Wait the end of the search in all databases.
Upon completion, a link will appear to access the found materials.

Hitler richtete einmonatige Trainingslager für Lehrer ein, die die Nazi-Ideologie und die Bedeutung der Förderung dieser Idee in ihren Klassenzimmern betonten. Mich interessiert, wie die Ausbildung organisiert war, Methoden der Indoktrination. Gibt es anekdotische Quellen, die die Erfahrung aus der Sicht der Teilnehmer veranschaulichen? Wie war es für einen Teilnehmer, der die Moral des Inhalts in Frage stellte? Jeder Bericht über persönliche Erfahrungen ist besonders wertvoll. Leider konnte ich nirgendwo mehr als einen vorübergehenden Hinweis auf die Frage finden. Forschungsmaterial zur deutschen NS-Bildung erkennt nur ihre Existenz an. Mich interessieren die Erfahrungen von Lehrern, die an diesen Fortbildungsveranstaltungen teilnehmen mussten.

Leider konnte ich keine Quelle finden, die mir bei der Beantwortung meiner Frage hilft


Das Stichwort, nach dem gesucht werden soll, ist Schulungslager, so wurden die Nazi-"Umerziehungslager" genannt. Diese Camps dienten nicht nur der Indoktrination von Lehrern, sondern auch anderen Fachleuten. Hier ist ein Auszug (Diskussion über solche Camps) aus der Dissertation

Forestopia: Die Nutzung der Waldlandschaft bei der Naturalisierung nationalsozialistischer Volk-, Rassen- und Lebensraumideologien, 1918-1945

von Michael Imort, Queen's University Kingston, Ontario, Kanada, 2000. Seiten 270-272.

Im nationalsozialistischen Deutschland wurden die Förster als "Führer" schlicht in den öffentlichen Dienst eingezogen. Um sie auf diese Aufgabe vorzubereiten, wurden Förster in Weltanschauliche Schulungslager einberufen, um eine "ideologische und körperliche Ausbildung" zu erhalten. Die Tatsache, dass Förster diese „Ehre“ mit relativ wenigen anderen Berufen wie Lehrern und Hochschullehrern teilten, zeigt, wie wichtig den Nationalsozialisten die Funktion der Förster als öffentliche Vorbilder und Multiplikatoren in den Landkreisen war.

So mussten beispielsweise 1935 alle sächsischen Staatsförster unter 55 Jahren eine Woche in der NS-Gauführerschule auf Schloss Augustusburg verbringen. In diesem „Bootcamp“ mussten Förster aller Ränge (sogar ordentliche Professoren!) in Gemeinschaftsunterkünften mit Etagenbetten essen, schlafen und waschen, sie trainierten in „Waldläufen“ und „Kampfspielen“, sie bildeten „Kartoffel- Küchenabteilungen schälen", und sie mussten ihre Quartiere punktuell inspizieren, während sie im Pyjama stramm standen. Doch das "strenge Regime militärischer und sportlicher Pflichten" sollte als Kern der gesamten Ausbildung nur den "Rahmen" für ideologische Darstellungen bieten.

Die geladenen Parteisprecher begannen mit einer Hetze gegen die „ideologischen Feinde“: das „Judentum“ als „Gegenrasse“ und seine „Stützarmee, die Freimaurer und den politischen Katholizismus“. " und - im Falle eines frühen Säbelrasselns - die "Frage der Tschechoslowakei. Schließlich hat der sächsische Reichsstatthalter selbst den Zweck dieses Trainingslagers formuliert:

"Alles, was Sie hier hören und erleben, in der Außenwelt anwenden und durchsetzen. Tun Sie dies als treue Soldaten des Führers - Soldaten, die zur Not marschieren und schießen können."

Bearbeiten.

  1. Zu Ihrer Frage "Wie war es für jeden Teilnehmer, der die Moral der Inhalte in Frage gestellt hat?", würde ich sie als "zu einfach" ansehen: Eine Infragestellung der Moral des NS-Regimes (in diesem Fall der NS-"Bildung") würde führen zu einem Lehrer, der seinen Arbeitsplatz verliert, und möglicherweise/wahrscheinlich weiter in ein Konzentrationslager. Übrigens: Die Beteiligung von Schullehrern an der NSDAP war nach 1933 recht hoch, wenn ich mich recht erinnere, nach 1936 über 30%.

  2. Die zitierte Dissertation gibt Hinweise auf nähere Beschreibungen der Teilnehmererfahrungen in Schulungslagern. Wenn Sie wirklich motiviert sind, können Sie sich diese Quellen per Fernleihe besorgen und entweder selbst übersetzen oder jemand anderen bitten, diese für Sie zu übersetzen.